Hundefutter – ein Buch mit sieben Siegeln oder klar wie Hühnerbrühe?

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Wer sich heutzutage einen Welpen ins Haus holt und denkt,  er könne das Futter einfach im Zuge des Wocheneinkaufs im Supermarkt um die Ecke mit in den Einkaufswagen werfen, macht sich die Welt wohl etwas zu einfach. Sobald man sich etwas näher mit der Ernährung unserer Vierbeiner beschäftigt, wird klar: Es handelt sich um eine eigene, sehr vielschichtige Wissenschaft, zu der es unzählige Bücher und noch mehr Meinungen gibt. Klar ist: Der Hund kann sich nicht, wie sein Vorfahre, sein Futter selbst aussuchen, je nachdem, was ihm sein Instinkt vorschreibt, sondern wir Menschen müssen diese Aufgabe für ihn nach besten Wissen und Gewissen übernehmen. Wir wollen nun versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und die verschiedenen Ideologien kurz zu beleuchten.

Trockenfutter 101

Die Fütterung von Trockenfutter geht mit einem geringen Aufwand einher und dem Hund reichen bereits geringe Futtermengen, da die Nährstoffdichte bei Trockenfutter sehr hoch ist. Außerdem sorgt es dafür, dass der Kauapparat deines Vierbeiners gestärkt und Zahnstein minimiert wird. Allerdings muss der Hund ausreichend Wasser vor und nach dem Fressen zu sich nehmen, denn, wie der Name schon sagt, versorgt ihn das Trockenfutter kaum mit Flüssigkeit. Trockenfutter ist ausreichend sättigend und kann in der Regel als Alleinfutter gegeben werden.

Worauf solltest du beim Kauf von Trockenfutter achten?

Gute, hochwertige Zutaten sind – wie bei allem, was wir unserem und dem tierischen Körper zuführen – das A und O. Es gilt also, vor dem Kauf eine kleine Recherche zu betreiben, um die Zutatenliste richtig einschätzen zu können. Die Hersteller versuchen natürlich, all ihre Inhaltsstoffe möglichst positiv darzustellen. 

Was dein Hund braucht, sind nicht nur Proteine, sondern auch Muskelfleisch und Eiweißquellen. Außerdem sollten Spurenelemente, Kohlenhydrate und Vitamine enthalten sein. Ob Trockenzutaten oder frische Produkte, ist hier meist nebensächlich. Vielmehr solltest du auf eine schonende Herstellung achten, denn dadurch bleiben wichtige Nährstoffe erhalten. Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffe sowie künstliche Zusatzstoffe haben im Futtersack deines Hundes hingegen nichts zu suchen.

Auch wenn der Hund ein Fleischfresser ist – in einem guten Trockenfutter darf Gemüse nicht fehlen. Gemüse ist aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr wichtig, denn gerade für die Darmgesundheit sind die löslichen Faserstoffe nötig. Sie werden zwar nicht verwertet, können aber für Darmbakterien von Nutzen sein. So wird Verstopfung vorgebeugt und die Darmtätigkeit angeregt. Verschiedene Gemüsesorten sind zudem wichtige Energielieferanten und sorgen für eine optimale Vitaminversorgung.  Gemüsesorten, wie Kohl, Zwiebeln, unerhitzte Hülsenfrüchte, rohes Gemüse und Knoblauch, sind allerdings tabu. 

Zu guter Letzt: Fleisch ist ebenfalls eine wichtige Zutat in einem guten Trockenfutter – und Fleisch ist nicht gleich Fleisch: Es gibt fettreiche, wie zum Beispiel Rind, und fettarme Fleischsorten, beispielsweise Huhn. Zusätzlich sind Fette und Fettsäuren enthalten. Hat dein Hund einen hohen Energiebedarf, solltest du eher zum Trockenfutter mit Rind greifen. Generell ist Trockenfutter mit einem hohen Fleischanteil meist die artgerechtere Ernährung. So hat zum Beispiel die Sorte Wolfsblut Blue Mountain von dem deutschen Qualitätshersteller Wolfsblut einen Wildfleisch-Anteil von sehr guten 58 Prozent, überwiegend bestehend aus Muskelfleisch – Muskelfleisch ist besonders wichtig, um den Tagesbedarf an Vitaminen und Nährstoffen zu decken.

Ohne Getreide? Kaltgepresst? Hypoallergen? 

Bei getreidefreiem Trockenfutter ist keinerlei Getreide beigefügt – dies ist im Grunde nur ein unnötiger Füllstoff, der häufig von Futterherstellern verwendet wird, die ihr Futter zu sehr günstigen Preisen auf den Markt bringen. Um Kohlenhydrate, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe zuzuführen, gibt es geeignetere Zutaten als Weizen. Hier sind Gemüse oder Kartoffeln die weitaus bessere Wahl.

Für Hunde mit Allergien ist ein sensitives Trockenfutter besonders verträglich. Es ist leicht verdaulich bei hochwertigen Zutaten. Wichtig ist auch hier, dass du darauf achtest, dass alle notwendigen Nährstoffe enthalten sind.

Kaltgepresstes Trockenfutter wird in einem speziellen Verfahren hergestellt: Die getrockneten und gemahlenen Rohstoffe werden bei hohem Druck gepresst – hier entsteht zwar eine Temperatur von 45 bis 80 Grad, jedoch kommt kein heißer Wasserdampf zum Einsatz, wie bei der Produktion von kommerziellem Trockenfutter. Die kaltgepresste Herstellungsweise schont folglich die Rohstoffe und trägt zum Erhalt von mehr Nährstoffen bei, insbesondere sekundäre Pflanzenstoffe aus Kräutern und Beeren können durch die schonendere Verarbeitung in höherem Maße vom Körper des Hundes aufgenommen werden. Gegner dieser Produktionsform argumentieren: Klassisches Trockenfutter tötet zuverlässig sämtliche Keime ab und soll bekömmlicher sein, da die Inhaltsstoffe hier weiter aufgeschlüsselt sind.

Hypoallergenes Trockenfutter verzichtet vollständig auf Stoffe, die Futtermittelallergien hervorrufen können, und ist daher die klare Empfehlung für sehr ernährungssensible Hunde. Mittlerweile gibt es nicht nur hypoallergenes Trockenfutter , sondern auch eine vielfältige Auswahl an Leckerlis für Allergiker. 

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